Kennung: archæologie

Hattuscha - Bogazköy

So langsam rückt die Zeit näher, wenn es heißt "Fasten Seatbelts!" und der Flieger Richtung Ankara abhebt.

Ab Anfang August bis zum Tag der deutschen Einheit werde ich dann in der Türkei sein und in wohl einer der größten antiken Ruinen des alten Orients arbeiten. Hattuscha, die Hauptstadt der Hethiter erwartet uns und unser kleines Team aus Münster.

Es gibt noch eine Menge Vorbereitungen zu treffen. Da unten ist es wohl recht regnerisch zur Zeit, Zecken mit fiesen Krankheiten. Dazu kommen noch teilweise Daten und Software die vorbereitet sein will. Wer weiß, ob ich da unten noch mal eben ein emerge werde absetzen können.

  Nergal

GPS und QGIS / GrassGIS - 01

Heute ist es eingetroffen, mein neues Spielzeug. Ein GPS-Handgerät. Gleich nach dem Auspacken hastig zwei Batterien hineingetan und andächtig zugeschaut, wie die GPS-Satelliten vom Gerät erkannt wurden, bis es der Meinung war, daß es sich in Münster befinden muß. Erkennbar an den Koordinaten.

Bereits die ersten Tests zeigten, wie einfach sich die Daten via QuantumGIS auslesen lassen. Ich hatte befürchtet zunächst mit gpsbabel die Kommandozeile quälen zu müssen.

Ein kleiner Bummel durch die Stadt zeigte recht bald die Grenzen des Empfangs auf, in den Gassen und Straßen und am Prinzipalmarkt unter den Arkaden, brach der Empfang zeitweilig zusammen, dennoch konnte ich bereits einigermaßen die Route erkennen, leider reichte es nicht für kontinuierliche und halbwegs verwendbare Höhenwerte aus.

Dummerweise stürzte QGIS auch noch reproduzierbar ab, wenn man versuchte die Daten anhand der verschiedenen Felder unterschiedlich darzustellen. Auch ein shape-export wurde nicht ermöglicht, ich denke da ist noch etwas zu tun im GPS-PlugIn. Nichtsdestotrotz ist es ein sehr angenehmer Weg die Daten schnell einzulesen und direkt zu betrachten.

Auch ein erster Test mit GrassGIS lief sehr vielversprechend, wenn auch wie QGIS nur unter Verwendung von gpsbabel im Hintergrund, gpstrans als GPS-Datenimporteur verweigerte die Zusammenarbeit wegen Formatproblemen wie es aussah. Schade, daß es keinen ebuild von gpstrans gibt, so mußte ich für den Test doch tatsächlich seit langem mal wieder ein Programm per Hand installieren, was sich aber auf das Herunterladen, entpacken, make && sudo make install reduzierte. Sehr einfach, in der jetzigen Form leider auch sehr überflüssig.

Ein weiterer Malus gegenüber dem Import mit QGIS ist, daß man zunächst eine Location anlegen muß, bevor man überhaupt Daten eimlesen konnte. Schließlich sind auch noch die einzelnen Feldbezeichner überraschenderweise unterschiedlich benannt. Was bei QGIS 'Elevation' ist, wurde von GrassGIS als 'Altitude' deklariert. Obwohl beide eigentlich mit gpsbabel den gleichen Datenimporteur verwenden sollten. Da stellte sich für mich die Frage, ob einer von beiden eine eigene und eben andere Bibliothek mitbringt.

Ich freue mich bereits darauf ein paar Spaziergänge aufzuzeichnen und hoffentlich als komplette Route einlesen zu können.

Die ersten Ergebnisse werde ich sicherlich hier veröffentlichen.

  Nergal

GPS und QGIS / GrassGIS - 03

Teil drei sollte sich eigentlich bereits vorgestern damit beschäftigen, wie das Hochladen von Daten (Wegpunkten, Routen, 'tracks') klappt. Es funktionierte wider Erwarten nur halbwegs. Ich vermutete zunächst etwas in der Bedienung von gpsbabel übersehen zu haben, weshalb immer nur ein Wegpunkt hochgeladen wurde, anstatt alle vorgegebenen auf einmal.

Aber das war es nicht, also mal die allzu bekannte Suchmaschine genutzt und siehe da: der Treiber für Garmin (garmin_gps) wird auf gpsbabel ein reibungsloses Funktionieren treffenderweise als "depressingly uncommon situation" beschrieben. Also blieb mir nur über die angebotenen Lösungswege auf Gentoo Linux anzuwenden

Als erstes nutze ich die Gelegenheit den unweise fest in den Kernel kompilierten Treiber zu entfernen, was mir die mühsamen Umwege erspart den Treiber davor zu bewahren überhaupt geladen zu werden. Ich halte es auch für die sauberere Lösung das Ding direkt zu entfernen, da es nachweislich nicht korrekt arbeitet.

Im wesentlichen reichte es dann unter:
/etc/udev/rules.d/ die Datei 51-garmin.rules anzulegen. In diese Datei kommt folgende Zeile:
SYSFS{idVendor}=="091e", SYSFS{idProduct}=="0003", GROUP="plugdev", MODE="660"

Nun konnte ich mittels QGIS eine neue .gpx-Datei anlegen und mit lustigen Wegpunkten befüllen. Auch Routen ließen sich problemlos erzeugen und als normaler Nutzer ohne root-Rechte mit folgendem Befehl auf das GPS-Gerät hochladen:
gpsbabel -r -i gpx -f test.gpx -o garmin -F "usb:"

Nun endlich kann ich in Vorbereitung für Hattuscha die wesentlichen Strukturen vorab auf das Gerät laden. Übrigens Routen und 'tracks' eignen sich hervorragend, um Gebäudeumrisse nach zuzeichnen.

Und wieder ein Problem gelöst :)

  Nergal

Vorbereitungen - Gedanken - Aufbruch

Nach und nach nimmt die weite Reise Gestalt an.

Der große Rucksack ist bereit beladen zu werden, das ThinkPad ackert sich durch die letzten Vorbereitungen, damit ich (hoffentlich) vor Ort in Bogazköy gleich mit dem GPS draufloslaufen kann.

Lange Listen warten darauf viele, viele kleine Häkchen zu bekommen, wenn die einzelnen Dinge Ihren Platz gefunden haben, oder zu erledigende Aufgaben Ihren Abschluß gefunden haben.

Mal schauen, wie oft ich Gelegenheit haben werde vor Ort ins Internet zu gehen und hier ein paar Nachrichten zu hinterlassen. Wenn ich dort überhaupt etwas zu berichten habe, oder darf - kann ja sein, daß es so wichtige Ergebnisse gibt, daß ich an dieser Stelle nicht freimütig alles veröffentlichen darf.

Nebenbei habe mich noch ein wenig in digiKam eingearbeitet. Da ich noch keine Digitalcamera besitze, sondern nach wie vor der schrecklich teuren analogen Photographie treu geblieben bin (Diapositive haben immer noch eine unglaubliche Informationsdichte! - warum sind gute digitale Spiegelreflexcameras so teuer?) war für mich bisher wenig Bedarf dazu. Aber ich habe den Nutzen dann doch unterschätzt, meine vielen Rasterdaten kann ich damit viel besser überblicken, kommentieren und sortieren. Das hat mir die Arbeit an den Satellitenbildern sehr erleichtert.

Ich frage mich gerade, wieso man in Flugzeugen nur 20 kg Gepäck und 8 kg Handgepäck haben darf. Ich denke ich wiege weniger als der durchschnittliche deutsche Erwachsene, man könnte doch einfach die einzelnen Passagiere samt allen Gepäckes wiegen und das darf einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Somit wären dicke Menschen angehalten den überdurchschnittlichen Kerosinverbrauch entweder durch reduziertes Gepäck zu kompensieren, oder eben zu bezahlen, während leichte Menschen, vielleicht etwas günstiger davonkämen. Solche Gdanken kommen, wenn man merkt, daß die ganze Ausrüstung und die mitzunehmende Kleidung (es ist zur Zeit ca. 30° C in der Region Ankara - zum Herbst hin wird es sich wohl empfindlich abkühlen) für 60 Tage doch einiges an Volumen und Gewicht bedeutet. Wenn es ganz eng wird, werde ich wohl auf ein bischen Fruchtgummi und Lakritz verzichten müssen. Oder meine Weste damit vollstopfen :).

Genug der wirren Gedanken - bis die Tage!

  Nergal

gis-tools.py - Geodatenkonverterset

Manchmal muß man sehr alte archæologischen Vermessungen in moderne GIS einlesen. Das einfachste Vermessungsverfahren bevor es Laser-Tachymeter gab, war Distanz und Winkel.

Leider bieten die Opensource GIS-Programme GrassGIS und QuantumGIS keine Möglichkeit Polarkoordinaten einzulesen. Für GrassGIS ist zwar das Add-On Modul m.cogo vorhanden, welches aber derart aufwendige Vorformatierung erfordert, daß man es schneller in einer Tabellenkalkulation selber umgerechnet hat.

Also war eines meiner ersten Projekte mit Python die Umwandlung von Polarkoordinaten zu kartesischen Koordinaten.

Um gewisse Dinge nicht immer neu schreiben zu müssen, habe ich also das ganze Ding modularisiert und es ist der zweite Part (mein erstes Spielzeug war die Umwandlung von Grad zu Dezimalgrad) meiner kleinen gis-tools in Python. Da ich kein Skript gefunden hatte für diese Messreihenumwandlung möchte ich nun auch meinen kleinen Beitrag leisten und es an die Allgemeinheit zurückgeben. Es ist zwar noch in einem sehr unausgereiftem Stadium (simple Datei mit ASCII öffnen, auslesen, umwandeln und in einer neuen Datei speichern), aber vielleicht nützlich für den einen oder anderen mit ähnlichen Daten.

Bisher sind noch etliche Einschränkungen vorhanden:

  • kein Unicode!
  • der Parser ist auf 'Punktname, Distanz, Winkel, zusätzliche Bemerkung' beschränkt und erlaubt keine Abweichungen
  • Der Initialpunkt wird grundsätzlich mit den Koordinaten 0;0 angenommmen
  • keine GUI
  • einfache Genauigkeit

Auf lange Sicht möchte ich das ganze als Plug-In(-Sammlung) für QGIS gestalten, da hier ohnehin gerade die Weichen für Python-Skripte gestellt werden und mit Qt mein bevorzugtes GUI-Toolkit zum Zuge kommt.

Die jeweils aktuelle Version findest Du unter Projekte.

  Nergal